Budget und Preise
Was ein Notebook im Jahr kostet, wenn man alles mitrechnet
Anschaffung geteilt durch Jahre, dazu Strom, Zubehör und Akkutausch. Drei Profile mit Jahresbetrag und die Einfuhrrechnung seit dem 1. Juli 2026.

Der Kaufpreis ist die bekannteste und die am wenigsten aussagekräftige Zahl in dieser Produktgruppe. Was ein Gerät kostet, ergibt sich erst, wenn Sie es durch die Jahre teilen, die Sie es benutzen, und Strom, Zubehör und Akkutausch dazunehmen.
Dieser Ratgeber rechnet drei Profile durch und zeigt am Ende, was eine Bestellung aus einem Nicht-EU-Land seit dem 1. Juli 2026 tatsächlich kostet. Alle Preise sind Rechenbeispiele; dieses Angebot führt keine Preisdaten und keine Preisabfrage.
Teilen Sie den Preis durch die Jahre, nicht durch die Ausstattung
Ein Gerät für 900 €, das 5 Jahre läuft, kostet 180 € im Jahr. Dasselbe Gerät nach 3 Jahren ersetzt kostet 300 € im Jahr. Der Unterschied von 120 € im Jahr entsteht ohne jede Veränderung an der Hardware, allein durch die Haltedauer.
Daraus folgt eine Vergleichsregel, die auf dem Papier überrascht: Ein Gerät für 1.400 €, das 6 Jahre trägt, kostet mit 233 € im Jahr genau so viel wie eines für 700 €, das nach 3 Jahren ersetzt wird. Welches der beiden das bessere Geschäft ist, entscheidet damit nicht der Preis, sondern die Frage, ob Arbeitsspeicher, SSD und Akku das sechste Jahr erreichen.
Der Rechner für Kosten pro Jahr auf dieser Seite nimmt Kaufpreis, Haltedauer und einen Restwert entgegen. Ein Verkauf nach 5 Jahren für 200 € senkt die Jahreskosten eines 900-Euro-Geräts von 180 € auf 140 €, und das ist mehr, als die meisten Ausstattungsaufpreise ausmachen.

| Kaufpreis | 3 Jahre | 5 Jahre | 6 Jahre |
|---|---|---|---|
| 700 € | 233 € | 140 € | 117 € |
| 900 € | 300 € | 180 € | 150 € |
| 1.400 € | 467 € | 280 € | 233 € |
Jede Zelle ist Kaufpreis geteilt durch die Jahre. Die beiden gleichen Beträge von 233 € stehen in der Tabelle an zwei Stellen: 700 € über 3 Jahre und 1.400 € über 6 Jahre.
Strom: der Unterschied zwischen Notebook und Desktop
Das Statistische Bundesamt weist für das 1. Halbjahr 2026 einen Durchschnittspreis von 37,97 Cent je Kilowattstunde für Haushalte aus. Mit diesem Satz lässt sich der Posten in einer Zeile berechnen, sobald Sie wissen, wie lange das Gerät täglich läuft.
Ein Notebook, das im Mittel 45 W zieht und an 220 Arbeitstagen je 6 Stunden läuft, verbraucht rund 59 kWh und kostet damit rund 23 € im Jahr. Ein Desktop mit Monitor, der im Mittel 120 W zieht, kommt bei denselben Stunden auf rund 158 kWh und rund 60 € im Jahr.
Die Differenz von rund 37 € im Jahr ist kein Grund gegen den Desktop, aber sie gehört in den Vergleich. Über 6 Jahre sind das rund 222 €, also ungefähr der Preis eines externen Monitors, und damit eine Größe, die eine Kaufentscheidung tatsächlich drehen kann.
- Notebook, 45 W über 6 Stunden an 220 Tagen: rund 59 kWh und rund 23 € im Jahr
- Desktop mit Monitor, 120 W über dieselben Stunden: rund 158 kWh und rund 60 € im Jahr
- Differenz: rund 37 € im Jahr, über 6 Jahre rund 222 €
- Gerechnet mit 0,3797 € je kWh, dem Durchschnittspreis für Haushalte im 1. Halbjahr 2026

Zubehör und Akku gehören in dieselbe Zeile
Ein Notebook am festen Arbeitsplatz ist selten allein. Monitor für 180 €, externe Tastatur für 60 €, Maus für 30 € und Dock für 120 € sind zusammen 390 € und damit über 6 Jahre rund 65 € im Jahr (Rechenbeispiel). Das ist mehr als der Stromposten und wird in fast jedem Preisvergleich weggelassen.
Dazu kommt der Akku. Ein Tausch für rund 110 € nach 4 Jahren sind 27,50 € im Jahr. Bei einem Gerät, dessen Akku verklebt ist, entfällt dieser Posten nicht, sondern wandert in die Entscheidung, das Gerät früher zu ersetzen, und verteuert damit die Zeile darüber.
Zubehör hat allerdings eine Eigenschaft, die das Gerät nicht hat: Es überlebt den Gerätewechsel. Ein Monitor, der zwei Notebooks übersteht, verteilt sich über 12 statt über 6 Jahre und halbiert damit seinen Jahresanteil. Rechnen Sie Zubehör deshalb mit seiner eigenen Haltedauer und nicht mit der des Notebooks.
| Profil | Gerät im Jahr | Strom im Jahr | Zubehör und Akku im Jahr | Summe im Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Notebook 900 €, 5 Jahre, mobil genutzt | 180 € | 23 € | 0 € | 203 € |
| Notebook 1.400 €, 6 Jahre, fester Arbeitsplatz | 233 € | 23 € | 93 € | 349 € |
| Desktop 1.100 € plus Monitor 180 €, 6 Jahre | 213 € | 60 € | 15 € | 288 € |
Zeile 2: Monitor, Tastatur, Maus und Dock für zusammen 390 € über 6 Jahre sind 65 €, Akkutausch für 110 € nach 4 Jahren sind 27,50 €, zusammen rund 93 €. Zeile 3: Tastatur und Maus für 90 € über 6 Jahre sind 15 €.
Aus einem Nicht-EU-Land bestellen: die Rechnung seit Juli 2026
Der Zoll weist darauf hin, dass die frühere Zollfreigrenze von 150 Euro zum 1. Juli 2026 entfallen ist. Für Sendungen bis 150 Euro gilt stattdessen ein pauschaler Zollbetrag von 3 Euro je Warenposition, und seit dem 1. November 2026 kommt eine Bearbeitungsgebühr der Union von 2 Euro je Warenposition hinzu.
Beide Beträge sind laut Zoll Bestandteil der Bemessungsgrundlage für die Einfuhrumsatzsteuer. Diese beträgt 19 Prozent, für einzelne Waren wie Lebensmittel oder Bücher 7 Prozent. Technikzubehör fällt unter den Regelsatz.
Am Beispiel eines Docks: 120 € Warenwert plus 15 € Versand ergeben einen Zollwert von 135 €. Mit 3 € Zoll und 2 € Bearbeitungsgebühr sind das 140 € Bemessungsgrundlage, darauf 19 Prozent gleich 26,60 €. In der Summe zahlen Sie 166,60 € und damit rund 39 Prozent mehr als den Angebotspreis von 120 €.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Warenwert | 120,00 € |
| Versand | 15,00 € |
| Zollbetrag, pauschal je Warenposition | 3,00 € |
| Bearbeitungsgebühr der Union je Warenposition | 2,00 € |
| Einfuhrumsatzsteuer, 19 Prozent auf 140,00 € | 26,60 € |
| Summe | 166,60 € |
Die Pauschale von 3 € gilt für Sendungen bis 150 Euro. Oberhalb dieser Grenze greift der reguläre Zolltarif der jeweiligen Warennummer.

Drei Zahlen, die Sie vor dem Kauf notieren sollten
Erstens die Haltedauer, mit der Sie rechnen, und zwar begründet: Verlöteter Arbeitsspeicher und verklebter Akku sprechen für 3 bis 4 Jahre, gesockelte Bauteile für 5 bis 6 Jahre. Zweitens die Stunden, die das Gerät täglich läuft, denn daraus wird der Stromposten.
Drittens die Liste des Zubehörs, das Sie ohnehin anschaffen würden, mit jeweils eigener Haltedauer. Erst diese drei Zahlen zusammen ergeben den Jahresbetrag, und erst der Jahresbetrag macht zwei Angebote vergleichbar.
Und dann noch eine Frist, die nichts kostet: Mängelansprüche verjähren nach § 438 Absatz 1 Nummer 3 BGB in zwei Jahren ab Ablieferung. Notieren Sie das Ablieferungsdatum zum Beleg, denn davon läuft die Frist, und bei einem Gerät, das 6 Jahre halten soll, fällt der erste Defekt oft knapp in dieses Fenster.
Vor dem Kauf
- Legen Sie die Haltedauer begründet fest, bevor Sie zwei Angebote vergleichen
- Teilen Sie den Kaufpreis durch diese Jahre und vergleichen Sie Jahresbeträge statt Kaufpreise
- Notieren Sie die täglichen Betriebsstunden und rechnen Sie den Strom mit Ihrem eigenen Arbeitspreis
- Listen Sie Monitor, Tastatur, Maus und Dock mit eigener Haltedauer auf
- Planen Sie einen Akkutausch ein oder begründen Sie, warum Sie ihn nicht brauchen
- Setzen Sie einen realistischen Restwert in den Rechner für Kosten pro Jahr ein
- Addieren Sie bei Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern 3 € Zoll, 2 € Bearbeitungsgebühr und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer
- Legen Sie das Ablieferungsdatum zum Kaufbeleg, weil die Frist aus § 438 BGB daran hängt
Häufige Fragen
- Lohnt sich ein teureres Gerät, wenn es länger hält?
- Rechnerisch ja, sobald die zusätzliche Haltedauer im Verhältnis zum Aufpreis steht. 1.400 € über 6 Jahre und 700 € über 3 Jahre ergeben beide 233 € im Jahr. Alles, was das teurere Gerät über 6 Jahre hinaus trägt, ist Gewinn; alles, was es vorher ausfallen lässt, ist Verlust. Der Hebel liegt bei gesockeltem Speicher und tauschbarem Akku.
- Wie viel Strom zieht ein Notebook im Jahr?
- Als Rechenbeispiel: 45 W im Mittel über 6 Stunden an 220 Arbeitstagen sind rund 59 kWh und bei 0,3797 € je kWh rund 23 € im Jahr. Ihr eigener Wert kann deutlich abweichen, weil Displayhelligkeit und Last stark schwanken. Ein Zwischenstecker mit Verbrauchsanzeige liefert nach einer Arbeitswoche eine belastbarere Zahl als jede Herstellerangabe.
- Soll ich das alte Gerät verkaufen oder behalten?
- Ein Verkauf senkt die Jahreskosten spürbar: 200 € Restwert bei einem Gerät für 900 € über 5 Jahre drücken den Jahresbetrag von 180 € auf 140 €. Als Zweitgerät behalten lohnt sich dagegen, wenn es eine eigene Aufgabe hat, etwa am festen Platz für Mail und Schreiben. Zwei Geräte ohne klare Aufgabenteilung kosten doppelt Pflege.
- Wie oft muss ich den Akku tauschen?
- Planen Sie bei einer Nutzungsdauer von 6 Jahren einen Tausch ein, als Rechenbeispiel für rund 110 €, also rund 18 € im Jahr. Entscheidend ist, ob der Akku überhaupt tauschbar ist; verklebte Akkus machen aus diesem Posten eine Ersatzentscheidung für das ganze Gerät. Diese Angabe steht im Servicehandbuch des Herstellers.
- Ist der Kauf im Ausland günstiger?
- Innerhalb der EU oft ja, außerhalb selten. Im Beispiel oben werden aus 120 € Angebotspreis 166,60 €, weil Versand, 3 € Zollpauschale, 2 € Bearbeitungsgebühr und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer dazukommen. Dazu kommt, dass eine Rücksendung im Mangelfall Zeit und Porto kostet, die in keiner Preisrechnung auftauchen.
Quellen
- Statistisches Bundesamt – Erdgas- und Strom-Durchschnittspreise, Haushaltspreise (1. Halbjahr 2026: 37,97 Cent je kWh) — geprüft am 2026-11-03
- Zoll – Wegfall der 150-Euro-Zollfreigrenze zum 1. Juli 2026 und Bearbeitungsgebühr der Union — geprüft am 2026-11-03
- Zoll – Internetbestellungen: Einfuhrumsatzsteuer 19 Prozent und Bemessungsgrundlage — geprüft am 2026-11-03
- § 438 BGB – Verjährung der Mängelansprüche: zwei Jahre ab Ablieferung — geprüft am 2026-11-03
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